Preiserhöhung zum 15.08.2021

   

Verehrte Kunden, liebe Handelspartner.

Bitte erlauben Sie uns, zu unserer Preisanpassung zum 15.08. einige Worte als Videobotschaft hinzuzufügen, um vor allem auch einen Fehler zu erklären, der uns bei der Ankündigung passiert ist.

Anfang Juli haben wir Ihnen eine lineare Preiserhöhung von 6% angekündigt. Das erfolgte auf einem Sach- und Kenntnisstand vom 15. Juni 2021, der sich, wie ich hier erklären werde, in den folgenden 20 Tagen sehr krass verändert hat. Wir entschuldigen uns für diese Voreiligkeit vielmals, vor allem bei unseren Händlern und Wiederverkäufern.

 
Aufgrund der Fülle von Informationen in diesem Video haben wir eine Aufteilung in Kapitel für Sie vorbereitet. Sie können die einzelnen Sequenzen über die jeweiligen Markierungspunkten auswählen. 
  • 00:31 - Rückruf und Entschuldigung an unsere Handelspartner. 
  • 01:29 - Faktoren der Preisanpassung.
  • 04:06 - Havarie der Ever-Given beschädigt den globalen Seeverkehr.
  • 06:03 - Corona-Lockdown in Chinas größtem Hafen in Yantian.
  • 07:09 - Taifun In-Fa legt die Seewege lahm.
  • 09:16 - Umlage der Kostenerhöhungen auf die Artikel.
  • 11:33 - Warum unterließ Holst Porzellan einen Rückruf ihrer Ankündigung.
  • 14:09 - Weitere Folgen der Mängel durch Corona in der Porzellanherstellung.
  • 17:26 - Gibt es nun eine Renaissance des deutschen/europäischen Porzellan?
  • 20:31 - Eine Homage an das Porzellan

 

 Die aktuellen Preislisten liegen für unsere Händler im geschützten Bereich zum Download bereit: https://holst-porzellan.com/partner/haendler/preislisten/


 

Den Inhalt dieses Videos können Sie hier nachfolgend auch lesen 

  

I. Chronologie

 

15. Dezember 2019:

Der Corona-Virus war noch nicht ausgebrochen. Erste Infektionen in China wurden nicht erkannt und publiziert. Keiner ahnte, was schon im Frühjahr 2020 auf die Welt zukommen würde. Die Seefracht-Raten betrugen zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 1.250 USD und bildeten - wie immer - neben den reinen Herstellungskosten den Hauptanteil unserer Preisstellung! 

 

Stand 15.12.2020

 

Dollarkurs zum Kalkulationsbeginn

1,23

Seefracht-Abschluss

1.500 USD

Zustellkosten an Hamburg

EUR 1.584,--

 

16.März 2020

Die Bundeskanzlerin ruft den ersten Lockdown für Deutschland aus. Das Gastronomiegeschäft bricht von einem Tag auf den anderen zusammen - viele Kunden konnten ihre offenen Rechnungen bei uns nicht mehr zahlen. Für und ein Zeitpunkt, größtmögliche Solidarität zu zeigen.  

Der Sommer 2020 war wohl einer der ruhigsten in unserer Firmengeschichte. Im Spätsommer, bzw. Erst im Herbst 2020 flammt das Tagesgeschäft wieder kurzfristig auf.

 

15.Oktober 2020

Die Welt befindet sich im Würgegriff des Corona-Virus. Unser Seefracht-Kontingent für die Produktionen im ersten und zweiten Quartal 2021 wurden mit unserem Vertragspartner, einer dänischen Reederei, mit einem Stopp-Preis von maximal USD 2.500,00 für das Frühjahr 2021 eingefroren und bildete einen konkreten Bestandteil unserer Preisstellung. Die im Dezember 2019 ermittelten Herstellungs- und Bezugspreise - für die Preisstellung 2020/2021 - waren nicht mehr haltbar! Die Verschiffungen der bereits produzierten Ware waren für Ende März bis Juni 2021 geplant.

 

23. März 2021

Noch bevor die ersten Container geladen werden konnten, havarierte das Mega-Schiff Ever-Given im Suez Kanal. Der gesamte internationale Seeverkehr war betroffen und befand sich von einem Tag auf den anderen in einer Katastrophe. Alle Reeder sagten ihre Ladetermine ab bzw. mussten den Seeverkehr aussetzen. Unsere Verladungen wurden auf Mai 2021 verschoben.

 

11. April 2021

Die internationalen Lieferketten haben sich von dem Chaos der Ever-Given-Havarie noch nicht erholen können. In Rotterdam, Bremerhaven und Hamburg kommt es zu erheblichen Engpässen, die gesamte europäische Infrastruktur ist mit dem gestauten Containeraufkommen vollkommen überlastet. Deutsche Zustellspediteure erheben ohne Ankündigung Sonderzuschläge für die Löschung und Zustellung. Nach zähen Verhandlungen mit dem Reeder haben wir Anfang Mai einer fast 100%gen Preiserhöhung zugestimmt. Unser Kontingent-Preis betrug USD 4.800,--. Die Verladungen sollten nun im Mai bis August 2021 erfolgen.

 

15.Mai 2021

Kein einziger unserer Container konnte sein Herstellungsland verlassen. Indien, Bangladesch, Vietnam und China stehen in einer massiven Einflussnahme des Corona-Virus und Betriebsschließungen waren die Folge von staatlichen Anordnungen. Ähnlich wie bei uns, nur viel chaotischer. Die Versorgung mit Rohstoffen gerät weltweit ins Stocken. Servicekräfte für die Wartung und Instandhaltung von Öfen und Fertigungsanlagen dürfen aus ihren Ländern weder ausreisen, noch in andere Länder einreisen. In vielen Betrieben legten so scheinbar kleinere Schäden ganze Produktionen lahm. Auch die Rohstoffreserven in vielen Werken neigten sich ihrem Ende. International steigen die Rohstoffpreise und Frachtraten um mehr als 15%. In einigen Ländern verteuert sich der Brennstoff um mehr als 25%.

 

01. Juni 2021 

Die Preisexplosion der Seefrachten mussten wir dringend auf unsere Verkaufspreise umlegen um nicht draufzuzahlen.  Andererseits stand ganz Europa nach wie vor unter den Einflüssen von Einschränkungen und Entbehrung durch die Zwangsschließungen in Handel und Gastronomiegewerbe. Zu einem solchen Zeitpunkt eine Preisanpassung durchzusetzen, würde wohl vielfach auf Unverständnis und Ablehnung stoßen. 

 

15. Juni 2021

Trotz der Bedenken, eine Preisanpassung durchzusetzen, mussten wir aufgrund der extrem gestiegenen Bezugspreise handeln. Wir haben uns entschieden, kurzfristig auf jegliche Margen zu verzichten, um wenigstens eine Kostendeckung zu erreichen und keine Kunden zu verlieren. 

Unser langjähriger Mitarbeiter und für den Handel zuständige Verkaufsleiter Jannis Kinast verlässt überraschend und kurzfristig im Juni Holst Porzellan und wechselt in eine andere Branche. Wir verloren damit nicht nur einen erfahrenen und geschätzten Mitarbeiter, sondern auch wichtige Kapazitäten in der Erarbeitung der bevorstehenden Preisanpassung.

 

04. Juli 2021

Die bis dahin angefertigten Ausarbeitungen einer Preisanpassung prognostizierten eine durchschnittliche Erhöhung um 6%. Aus Kapazitätsgründen nahmen wir diesen Wert als lineare Grundlage unserer Bekanntmachung. Wie sich schon im August zeigen sollte, war dies ein schwerwiegender Fehler. Kalkulationsgrundlage waren unsere Seefracht-Abschlüsse vom 11. April 2021

 

Stand 15.06.2021

 

Dollarkurs zum Kalkulationsbeginn

1,21

Seefracht-Abschluss

5.000 USD

Zustellkosten an Hamburg

EUR 4.831,00

 

Es war weder planbar, noch vorstellbar, was da alles noch an Katastrophen auf uns zukommen würde und wie die Seefrachten innerhalb von Tagen jegliche Kalkulationsgrundlage zu Nichte machen sollte.

 

10. Juli 2021

Der internationale Seeverkehr hatte sich von der Havarie der Ever-Given immer noch nicht erholt. Die Branche spricht von der größten Krise der Nachkriegszeit und kündigt weitere Verzögerungen und Preissteigerungen an. Auch unsere Container wurden wieder verschoben.

 

20. Juli 2021

Einer der größten Seehäfen Asiens in Shenzhen Yantian wurde aufgrund eines neuerlichen Corona-Ausbruches komplett geschlossen. Mehr als 160 Containerschiffe konnten nicht abgefertigt werden, das entspricht etwa der Menge von 780.000 See-Containern die nicht mehr planmäßig in den Umlauf gebracht werden konnten. Die Verladung unserer Container wurde auf unbekannt wieder verschoben.

 

25. Juli 2021

5 Tage nach der Stilllegung der Häfen in Shenzhen legt der Taifun "In-Fa" den gesamten Seeverkehr Ost-Chinas lahm. 2 weitere Hauptschlagadern des Seeverkehrs, die Ports von Nimbo und Shanghai wurden für mehrere Tage geschlossen. Das Ausmaß des Schadens und die weiteren Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten waren nicht mehr absehbar. Das war 16 Tage nach der von uns angekündigten Preisanpassung und nicht vorhersehbar.

So gut wie alle Reedereien haben ihre Kontingente ohne Ankündigung storniert. Wer sich beschwerte, bekam gar keine Antwort mehr und landete in der Warteschleife. Fertig geladene Container wurden nicht mehr abgefertigt. Weltweit leidet die Industrie am Mangel von Rohstoffen, halbfertigen Erzeugnissen und Ersatzteilen. Sogar große Automarken können nicht mehr produzieren.

Die Seefrachtkrise wirkt sich auf fast alle Bereiche der globalen Wirtschaft aus. Lade-Termine wurden wahllos verschoben, fast halbtägig stiegen die Frachtraten und wurden nur noch "höchstbietend" angeboten. Bereits Ende Juli betrugen die Seefrachtraten mehr als 8.000 USD, aber es gab weder Container, noch Schiffe.

 

2. August 2021

Unsere Passagen wurden über Nacht mit USD 15.000,-- bestätigt - entweder nehmen oder kein Container. Das war Erpressung und wirklich außerhalb aller erträglichen Geschäftspolitik. Bei unserer Zusage nach wenigen Stunden stieg der Preis wieder uns lag bei USD 15.500. "Get it or let it" -  so etwas haben wir noch niemals vorher erlebt.   

 

Stand 05.08.2021

 

Dollarkurs zum Kalkulationsbeginn

1,17

Seefracht-Abschluss

15.500 USD

Zustellkosten an Hamburg

EUR 17.210,--

 

Endlich kam nun die Zusage, dass für uns 5 Container bereit stehen und sich auf dem Weg zur Beladung befinden. So verteuerte sich der Frachtanteil unserer Artikel in weniger als 2 Monaten um durchschnittlich 60 Cent. Je Container lag die unplanmäßige Teuerungsrate bei EUR 15.636,00. 

 

Erhöhung der Seefrachten

Vom 15.12.2021

USD  1.500,--/EUR   1.584,--

Zu den aktuellen Raten

05.08.2021

USD 15.500,--/EUR 17.210,--

Entspricht einer Verteuerung

Zum 05.08.2021

EUR 15.636,--

  

 

3. August 2021

Wir mussten Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückberufen, um die Kostenerhöhung exakt auf Größe, Gewicht und Volumen jedes einzelnen Artikels neu zu berechnen. Diese extreme Steigerung ließ weder Platz auf einen linearen Durchschnitt, noch für Fehler. Die Zuladung eines Container bemisst sich nach Volumen und Gewicht. Auf die Frachten schlagen Staat und EU enorme Einfuhrabgaben obendrauf: Unsere Kollektion besteht aus Artikeln mit 3, 5, 6, 8 und 12% Drittlandzöllen und zusätzlich 0, 13, 17,9, 20, 26 bis zu 36% Antidumpingzuschlägen. Es hat im Ganzen 10 Tage gedauert - inkl.- Samstag und Sonntag - bis wir jeden einzelnen Artikel unserer Kollektionen neu bewertet haben und wussten, wie sich die Erhöhung exakt für jedes Produkt auswirken würde.

 

16. August 2021

Erst in der Nacht zum 15.08. sind wir mit der Kostenumlage fertig geworden. Diesen Bericht schrieben wir am Sonntag, den 16.08.2021. Das kam am Ende im Durchschnitt als Teuerungsraten heraus

 

Bei 39.000 Kaffeebechern je Container

Ergibt das eine Seefracht-Teuerungsrate

EUR 0,40

Bei 15.900 Pizzatellern 31 cm

 

EUR 0,99

Bei  7.500 Salatschalen 27 cm

 

EUR 2,09

 

Es gilt die Faustregel, je größer oder schwerer ein Artikel, desto höher liegt die Preisanpassungsquote.

 


 

 

II. Vorwurf & Kritik  

Nun mag uns der ein- oder andere Händler vorwerfen, warum hat Holst Porzellan ihre Ankündigung vom Juli 2021 nicht revidiert und rechtzeitig über eine höhere Preisanpassung informiert, damit sich unsere Wiederverkäufer besser auf die Kostenanpassung vorbereiten konnten.

Die Antwort darauf lautet: Weil wir bis zur tatsächlichen Verladung keine verbindlichen Zusagen hatten und uns der Reeder gewarnt hat, dass auch die zugesagten Termine und Preise sich noch verändern könnten. Eine Preisanpassung auf einer solchen Grundlage zu publizieren, hätte heißen müssen, wir erhöhen unsere Preise etwa zwischen 8 und 40%. Für eine solche Aussage hätte sicher kein Kunde Verständnis gehabt und hätte zudem keinem wirklich geholfen. Erst am 5.8.2021 lag der bestätigte Preis von USD 15.500,-- fest. Bereits am 13.08.2021 stieg der Containerpreis um weitere USD 3.000,-- auf mittlerweile USD 18.500,--.


 

  

III. Weitere Auswirkungen der Corona-Krisen

Neben diesem Einschlag in die internationalen Logistik verlieren alle anderen Ereignisse an Schwerkraft, deren Auswirkungen wir bei unserer Preisanpassung noch gar nicht richtig berücksichtigen konnten. 

 

- Seit März 2021 können wir kein High-Alumina Porzellan mehr herstellen, weil die deutschen und französischen Rohstofflieferanten ihre Lieferverträge nicht mehr einhalten.

- Ein Partnerwerk in Indien steht seit Mai 2021 still, weil sich das Land in einem nicht mehr kontrollierbaren Zustand befindet.

- Mehrere Partnerwerke in China konnten aufgrund diverser lokaler Lockdowns bis heute ihre Produktionen nicht wieder beginnen.

- In Thailand sind ganze Fabriken regelrecht verschollen. Handy, WeChat, WhatApp, Email… wir können keinen Kontakt zu unsern Partnerwerken in Thailand derzeit aufnehmen.

- Die weltgrößte Mine für Kaolin hat ihre Preise um 25% erhöht. Die Auswirkungen werden sich auch in den deutschen, bzw. europäischen Fabriken niederschlagen, die ebenfalls mit chinesischem Kaolin produzieren.

- Die Brennstoffkosten für Rohöl und Gas haben sich im vergangenen Jahr international von etwa 37 USD auf über 70 USD fast verdoppelt. In einigen Ländern und Regionen mehr, in anderen weniger.  Der Brennvorgang in der Herstellung des Porzellan stellt einen der wesentlichen Kostenfaktoren dar. Eine jede Verteuerung des Brandes schlägt sich unmittelbar auf den Herstellungspreis nieder.

- In Deutschland und anderen EU-Ländern schlägt seit dem 1. Januar 2021 die Co2 Abgabe mit 25 Euro pro Tonne zu Buche. Diese künstliche Kostensteigerung kommt auf die Erhöhung fossile  Brennstoffe noch hinzu.

- Röhl verteuerte sich in Deutschland auf einen Zustellpreis von 37 auf 61 Cent je Liter. Das sind 65% Preiserhöhungen. Wie bitte soll das eine deutsche Porzellanfabrik ohne weitere Subventionen verkraften? Wieviel Geld bleibt unserem Staat - oder der EU - hier weiter die Güter zu subventionieren.

- Auch in allen Partnerländern in Asien gilt es, die Ziele und Auflagen des Pariser Umweltabkommens zu erreichen. Sicher mal mehr - oder auch weniger. Aber alle Länder haben sich bereit erklärt, kumulative Co2 Steuern zu erheben. Das bedeutet für alle Porzellanhersteller auf dieser Welt eine extreme Kostenerhöhung.

- Kaolin wird auf der Welt langsam weniger und das Fraunhofer Institut hat es inzwischen auf die Liste der endlichen Rohstoffreserven gesetzt. Mit jeder weiteren Verringerung der Kapazitäten werden sich die Preise weiter erhöhen.

- Alles in allem rechnen wir mit einer rein produktionsbedingten Preissteuerung in den kommenden Monaten - wenn noch nicht geschehen - zwischen 15 und 30%; je nach Preisstellung, Land und Bereitschaft, auf bisherige Margen zu verzichten. 

Wenn die Transportkosten nicht wieder sinken - was wir alle hoffen - drohen schon kurzfristig weitere Erhöhungen.


 

 

IV. Konzentration auf Europäische Produktionen

Die, die jetzt das Porzellan Made in Germany oder Made in EU segnen wollen, mögen bitte bedenken, dass deren Gas aus Russland, viele Ball-Clays aus Neuseeland, Kaolin und weitere Tonarten aus China und der gesamte Rohstoffmix mehr oder weniger ebenfalls aus internationalen Lieferketten stammt. Und ob es sich bei diesen Marken und Firmen um stabile und gesunde Partner handelt, also ob der Nachkauf hier "gesichert" ist, bleibt fraglich. 

Schon vor Corona hat z.B. Seltmann Porzellan im Jahr 2019 sein Negativergebnis um weitere 455 TDE verschlechtert, d.h. wieder fast eine halbe Millionen Euro verbrannt. Der Jahresfehlbetrag dieser Traditionsfabrik betrug am 31.12.2019 rund 36 Millionen Euro. Wie gesagt - das war vor Corona. 

Kahla Porzellan hat schon im März 2020 Pleite gemacht. Walküre wurde bereits ein Jahr vorher beerdigt. Selbst der Branchenprimus bhs-Tabletop stöhnt und leidet unter den Einflüssen der Krisen. Kurzerhand wurde die Marke Tafelstern - früher Hutschenreuther Hotel- eingeäschert und die Marke Schönwald um alles bereinigt, was nicht unmittelbar mit Herstellung betraut war. Sprich: Auch hier zu Lande stehen die Signale nicht gerade auf Stabilität. 

Für alle Länder, Hersteller und Marken lässt sich aber eines zusammenfassen: Wir alle verdienen im Augenblick zu wenig Geld und in Anlehnung an die Herstellungskosten, den Rohstoffeinsatz, den Energieverbrauch und die lange Nutzungsdauer ist Porzellan einfach zu billig. Ein Teller der mit Steuer draußen 2 Euro kostet, beschädigt uns alle; egal ob deutsch, türkisch oder asiatisch.

Auch wir von Holst Porzellan haben in den letzten 2 Jahren rund eine halbe Millionen Euro Verlust gemacht. Das tut uns sehr weh - wird uns aber nicht vernichten. In unseren Preisen ist nichts mehr, was wir nachlassen können und letztlich können wir keinen Porzellan-Pizzateller mehr mit 2 Euro subventionieren, wenn eine einzige Pizza Fungi oder Margerita draußen 8 Euro und mehr erzielt. 

Wir haben in Europa mehr als 800 Millionen Einwohner und nur noch eine Handvoll Porzellanfabriken. Wir verfügen in Europa noch nicht einmal über die für die Produktion notwendigen Rohstoffe. Ohne Import ist Porzellan nicht mehr vorstellbar. 

Ganz davon abgesehen, dass unsere Herstellungskapazitäten nicht ausreichen, den Bedarf in der EU abzudecken, sind die Herstellungsmöglichkeiten weitaus geringer, unflexibler und teurer als z.B. in den vielen tausend Kleinbetrieben in Asien. 

Wenn wir dem Ruf nach einer reinen EU-Herstellung folgen würden, gäbe es kaum noch diese Formen- und Artikelvielfalt, die der Darbietung und dem Genuss von Speisen stets eine ganz individuelle Note verleihen. Gerade für professionelle Gastgeber würde die Besonderheit und Eigenständigkeit verloren gehen. 

Schnell hätten wir den Zustand von Einheitsgeschirren, einer geringen Verfügbarkeit und extrem hohen Preisen. Porzellan ist nachhaltig und wertig, soll und darf auch trotz dieser Kostenerhöhung seine Wertschätzung behalten.


 

V. Porzellan - Ökologie und Nachhaltigkeit

Der Klimawandel und Corona sind gerade dabei unsere Welt zu verändern. Alle zusätzlichen wirtschaftlichen oder politischen Einflüsse lassen wir dabei mal außen vor. Unser Konsum eines schier unbegrenzten Warenangebotes - vielfach auf dem Rücken von Drittländern - wird in der Zukunft so nicht mehr funktionieren. 

Die, die diesen Wandel nicht mitgehen, werden uns verlassen. Porzellan ist ein nachhaltiges Produkt - gemacht für die Ewigkeit - und hat weder Ermüdung, noch Verschleiß. Vielleicht sind wir einer der ersten, die mit einer solch drastischen Preiserhöhung auf den Markt kommen, aber wir werden uns definitiv nicht wie Hutschenreuther, Winterling, Walküre, Mitterteich, Kahla, Eschenbach und viele andere auch mit einer Insolvenz aus der Verantwortung stehlen!  

Wir sind ein Familienunternehmen seit 1928 und Porzellan ist unsere Welt.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ihr Knud Holst & Team 


Die aktuellen Preislisten liegen für unsere Händler im geschützten Bereich zum Download bereit: https://holst-porzellan.com/partner/haendler/preislisten/ 

 

 

 

Hier die übereilte Preisankündigung vom 07.07.2021

International geraten Lieferketten ins Stocken, ganz Asien klagt über eine anhaltende Container-Knappheit und viele Zulieferbetriebe aus Deutschland und Europa können wichtige Werkzeuge und Rohstoffe nicht mehr ausliefern. Der Überseetransport von fertigen und halbfertigen Erzeugnissen hat sich Stand Juni 2020 zum Vorjahr nahezu verzehnfacht.

Das zwingt uns, unsere Listenpreise zum 15.08.2021 linear - vorübergehend - um 6% anzuheben. Alle bis dahin vorliegende und bestätigte Aufträge werden noch zu unseren Preisen (Stand 1.1.2019) ausgeliefert. 

Wir danken für Ihr Verständnis.

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