Made in ...

  

(Bild: Kaolinmine in Böhmen) 

 

Die Wahl eines geeigneten Auftragsherstellers für ein OEM-Geschäft ist weitaus wichtiger als die Festlegung auf ein Ursprungsland oder eine bestimmte Region. Jedes Land, jede Region und jede Fabrik innerhalb dieser Lokalisierung haben ihre besonderen Qualitäten im Hinblick auf einen erfolgreichen OEM-Abschluss. Deshalb erlauben wir uns hier auf einige bekannte vorab Festlegungen allgemein und objektiv Stellung zu nehmen.


Zwingende Vorschriften von Ursprungsländern

Es gibt Kunden, für die ist das Herkunftsland eines OEM-Geschirrs von hoher Bedeutung. In der Regel obliegt eine bindende Vorschrift, bzw. der Ausschluss eines Ursprungslandes 

  • politischen Gründen (z.B. Griechenland vs. Türkei)
  • religiösen Gründen (z.B. Israel vs. Iran)
  • zolltechnischen Gründen (z.B. Ägypten vs. China)
  • wirtschaftlichen Sanktionen (z.B. USA vs. Nordkorea)
  • historischen Barrieren (z.B. Frankreich vs. Vietnam) 

 

Sollten bei der Projektierung eines OEM-Auftrages einer dieser Gründe vorliegen, bitten wir um einen klaren Hinweis, da derartige Ursachen nicht diskutabel sind.


Wirkung der Vorschriften von Ursprungsländern

Die generelle Vorschrift eines Herkunftslandes außerhalb der o.g. Gründe erfolgt i.d.R. immer zum Nachteil der/unserer Leistungsfähigkeit was letztlich immer zu einem höheren Preis führt. Vor allem aber sollte man wissen, dass Porzellan letztlich ein „Naturprodukt“ ist, bei dem die Rohstoff-orientierte Ansiedlung der Herstellungsbetriebe eine wesentlich größere Rolle spielt als die Landesflagge auf dem Ursprungszeugnis.

Für viele Verbraucher ist Porzellan eine "simple Masse" die von einer Maschine per Knopfdruck hergestellt wird. Ein kurzer Einblick in unsere Warenkunde  verdeutlicht aber schnell, dass dem nicht so ist! Kaum ein Wirtschaftsgut wird von derart vielen Faktoren beeinflusst wie ein "unter hoher thermischer Einwirkung gereiftes, unikates Multiple aus Silikatverbindungen, Mineralien und mehr als 20 anorganischen Additiven, dessen einzigartige Eigenschaften keinem natürlichen Alterungsprozess unterliegen" (Porzellan).    

Wenn also der Gast dem deutschen Koch vorschreibt, ein italienisches Menü nur aus nachhaltigen Zutaten der Region zu kreieren und das Ganze nur in einem Dampfgarer aus Geislingen zu verkochen, wird das dem Geschmackserlebnis sicher nicht zuträglich.


Verbreitete Fehleinschätzungen von Ursprungsländern 

Made in Germany - ein nationalistischer Wunsch! Abgesehen davon, dass es in Deutschland nur noch eine Handvoll Porzellanfabriken gibt, sind diese allesamt selbst Marke. Damit richtet sich schon das reine Begehren eines OEM-Produktes gegen die Geschäftsnatur eines Auftragsherstellers. Der klägliche Rest Deutscher Porzellanherstellung lebt existentiell nur von ihrem Markenanspruch und nicht von einer Herstellungskompetenz!

    

 

Made in EU - der Europäische Gedanke! Der Kreis der Porzellanfabriken in Europa ist schon wesentlich größer als der rein Deutsche. Zieht man davon die ebenfalls als Marke agierenden Hersteller ab, verbleiben etwa 30 Fertigungsbetriebe für eine Auftragsherstellung. Fast alle diese Betriebe arbeiten als industrielle Massenfertigung mit hochmodernen Maschinen. Wer also die Vertriebskompetenz a la Ikea, Lidl, Carefour, Costco & Co. besitzt, findet in der EU eine Reihe leistungsfähiger Betriebe, die OEM-Porzellan in Großserien herstellen können. 

 

 

Made in China - ein billiges Gefühl. Alles was aus China kommt ist bestimmt nur "billiger Kram". Sicher!? Dann ja wohl auch das Kaolin und vielen Sorten des China Clay (Porzellanmassen), die alle deutschen & europäischen Fabriken in ihrem Porzellan verarbeiten. Dass die Chinesen schon aus Porzellantassen ihren Kung Fu Tee getrunken haben, während wir auf unserem Kontinent noch mit Feuermachen beschäftigt waren, egal. Dass Marco Polo diese "China Ware" als Ausbeute seiner Entdeckungsreisen mangels sprachlicher Entwicklung als Muschel taufen musste, vergessen. China hat die wohl am meist, am höchst und am längsten ausprägest Herstellungskompetenz für Porzellan und keramische Erzeugnisse.  

Made in Bangladesch - gegen Kinderarbeit! Einige unserer Kunden und Endverbraucher sind Sozialverbände, die ausdrücklich Porzellan aus Drittländern ablehnen, weil diese Länder ihren ethischen und humanitären Grundsätzen nicht entsprechen. Dazu zitieren wir einen Absatz aus unserem Weihnachtsbrief 2020. "... am 10.12.2020 haben wir eine Email eines unserer Partnerwerke erhalten, die mich sehr berührt und auch stolz macht:

You are the partner one of them who are playing a vital role to survive us by placing orders even in this pandemic situation-we do really appreciate all of your efforts on behalf of thousands of poor workers of our Factory.

Ja, vielleicht nehmen wir der ein- oder anderen Porzellanmarke den ein- oder anderen Euro Umsatz weg. So richtig "deutsch" ist übrigens kaum mehr eine von ihnen. Dort aber werden die Teller von Robotern gepresst, Tassen in Taktstraßen gerollt und Bowls in Rotationsanlagen gegossen. Mehr oder weniger vollautomatisch. Der Dank dieser Arbeiter, denen wir von Holst Porzellan Beschäftigung und Perspektive während der Corona-Krise geben konnten, stählert unseren Willen und unsere Arbeit. Porzellan ist nachhaltig und von beständigem Nutzen. Vielleicht denken Sie im kommenden Jahr darüber nach, ob Sie mit Ihrem Porzellaneinkauf lieber Aktienwerte vorantreiben, oder einfachen Arbeitern Lohn und Brot ermöglichen und somit einen kleinen Beitrag zum Gleichgewicht auf dieser Welt leisten..."

Abgesehen davon besuchen wir regelmäßig unsere Produktionspartner in allen Ländern und können so mit Sicherheit bestätigen, dass es definitiv kein Porzellan von Holst gibt, dass mittels Kinderarbeit hergestellt wurde. Mehr dazu hier.


Empfehlung zur Bestimmung eines Ursprungslandes

Ein OEM-Kunde sucht einen Auftragshersteller für die Produktion eines konkret definierten Artikels, zu einem bestimmten Preis mit einem festgelegten Leistungspaket und einer planbaren Lieferzeit. Unsere Produktionskompetenz beginnt bereits alle wesentlichen Konditionen eines Projektes bestmöglich einem bestimmten Kreis bekannter und erfahrener Produktionsbetriebe zuzuordnen. Wesentliche Kriterien eines Produktes bestimmen quasi automatisch eine Zuordnung, bzw. ein Ausschlussverfahren

  • Material (z.B. Porzellan, Stoneware, Bone China u.a.) 
  • die Lieferzeit
  • physikalische Voraussetzungen (z.B. thermische Resistenz, gelehrte Ware u.a.)
  • Mengen
  • Farbe und Veredlung
  • Qualität und Ausführung
  • Nachlieferung und Nachversorgung
  • Preisvorgaben und Budgets

Rein mathematisch bieten alleine diese 8 Kriterien rund 16,7 Millionen Möglichkeiten. Von daher können wir nur empfehlen, sich nach einem detailierten Briefing Ihrer Ansprüche auf unsere Herstellungskompetenz zu verlassen, die wir seit 1928 unserer Arbeit zu Teil werden lassen.

 

 

 

 

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