Kratzer

 

Kratzer und Schneidspuren in keramischen Glasuren

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Schneidspuren in Keramik, Stoneware und keramischen Scherben

Zur Großgruppe der mechanischen Zerstörung zählen sichtbare Schneidspuren (nicht Besteckabrieb), verursacht meist durch Messer. Entgegen dem eher bekannten "Besteckabrieb" (siehe Gebrauchshinweise) hat sich nicht das Besteck auf der harten Glasur abgerieben, sondern das Besteck -  meistens verursacht durch die Messerklinge aus Chromstahl mit ca. 3 bis 4 Mohs - hat die Oberfläche der Glasur schlichtweg durchtrennt (durchgeschnitten).

Bei echtem Hartporzellan hätte das Besteck keine Chance gehabt, die Glasur des Porzellans - die Härte liegt zwischen 5 und 6  Mohs - anzugreifen. Auf diesem Weg verliert die keramische Ware ihre Eigenschaft als Lebensmittelbedarfsgegenstand und birgt für den Verbraucher hygienische Risiken. Auch die hier gezeigte Keramik wird von ihrem Hersteller als "Porzellan" bezeichnet und von einigen deutschen Anbietern auch als Porzellan vertrieben. Wir sagen: Das ist Unsinn, und wir belegen dies mit dem Beispiel-Foto oben! 

Viele Hersteller bezeichnen ihre Keramik als Porzellan, weil der Biskuitbrand (Erstbrand) bei Temperaturen höher als 1.300 °C erfolgt. Der Glattbrand (Glasurbrand) erfolgt jedoch in Temperaturbereichen, die nur zwischen 950 und 1.100 °C liegen. Damit erfolgt der Glattbrand bei niedrigeren Temperaturen als der Erstbrand. Schon die unterschiedlichen Brenntemperaturen verdeutlichen, dass die Glasur weicher ist als der darunter liegende Scherben. Und genau darin besteht das Problem!  

Nach der deutschen Porzellanlehre handelt es sich bei solchen keramischen Geschirren um Steingut!

Deshalb sind Kratzer in solchen Geschirren kein Mangel, sondern lediglich das Resultat einer falschen Kaufentscheidung. Für den gewerblichen Gebrauch ist Geschirr aus Steingut nur bedingt und kurzweilig geeignet.


 

 

Kratzer und Glasureinschneidungen durch mechanische Last

Umstritten zwischen Kunde und Lieferant sind oft kratzerähnliche Schleifspuren im oberen Bereich der Glasuren, vornehmlich auf Tellern und Platten. Solche Abnutzungsspuren können oftmals das Ergebnis von einer falschen, unsachgemäßen Behandlung von Stapeln darstellen.

Richtig ist, dass Hotelporzellan und Gastronomiegeschirr wesentlich höher belastbar gegen mechanischen Druck ausgerüstet sind als herkömmliches Haushaltsporzellan. Aber auch Hotelporzellan ist nicht endlos belastbar. Vor allem, wenn der mechanische Druck durch Reibung verstärkt wird. 

Vielerorts wird Porzellan nahezu unbedacht und sorglos aufeinander gestapelt und ein Artikel gerne mit dem 20- bis 50-fachen seines eigenen Gewichts belastet. Ein Stapel mit 20 Pizzatellern wiegt beispielsweise schon 26 bis 30 kg. Werden solche Gewichte dann auf einem Teller oder einer Platte hin- und hergeschoben, bilden sich fast immer - und bei allen Herstellern - Kratzer. Sicherlich ist es eine Frage der Qualität der Glasur und Höhe der Brenntemperatur - also für den Laien unsichtbar -, ob und wie stark diese Reibungskratzer sichbar werden und langfristig das Porzellan zerstören.

Bedenken Sie bitte folgenden Grundsatz: Porzellan ist härter als Besteck, aber nicht härter als es selbst!

Eine Vielzahl von Faktoren des bestimmungsgemäßen Gebrauchs entscheiden über die Sensibilität einer Glasur im Hinblick auf ihre Zerstörungsfähigkeit. Dazu hier nur einige Hinweise:

  • Quarze, Kalk, Salze und andere Rückstände des Spülwassers wirken wie Schmirgelpapier.
    • Wechseln Sie regelmäßig das Tankwasser Ihrer Spülmaschine.
    • Wischen Sie nach dem Spülen die Böden kurz mit einem trockenen Tuch nach.
  • Aufgeheizte Glasuren, z.B. direkt nach dem Spülen, sind empfindlicher.
    • Nach der Entnahme der Flachteile aus der Spülmaschine diese nicht seitlich schieben 
    • Niemals Geschirrstapel direkt aus der Maschine aufstapeln.
  • Niemals Flachteile in Stapeln übereinander ziehen.
    • Verringern Sie in Küchen- und Wärmeschränken die lichten Höhen. 
    • Legen Sie dem Porzellan angepasste Stapelhöhen (Anzahl der Teller) fest.

 

Vermeiden Sie mit diesen 3 Grundregeln das Verkratzen und Einscheniden der Glasuren. Ein solcher Mangel wird von keinem Hersteller anerkannt.

 

 

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