Erste Wahl

Porzellan und die krumme Banane 

Anfang der 1970er Jahre endete die deutsche Gemeinschaftsmarke "Bavaria/Germany" und die Porzellanhersteller avancierten allesamt zu einer eigenständigen Marke. Mittels Grenzlandzuschüssen und Zonenrandförderungen wandelte sich das traditionelle Porzellanhandwerk zu einem hochtechnisierten Industriezweig. Im Wettlauf um den höchsten Preis und die größten Gewinne etablierte man die "erste Wahl" in das Verbraucherverhalten. Je teurer desto besser! Als Ausdruck des Luxus, der Wertschätzung einer Braut-Aussteuer und im Ansinnen besondere Anlässe mit wertvollem Tischschmuck zu würdigen.

Doch das Wort "Erste Wahl" setzt voraus, dass es auch mindestens eine Zweite geben muss, die durch den Vorgang einer Auswahl voneinander unterschieden werden müssen. So gehen bis heute viele Marken mit ihrem Porzellan um, wenn es nicht in die Erste Wahl gerät: 

 

 

Seit C.M. Hutschenreuther im Jahre 1840 kalkulieren die Porzellanhersteller so, dass die erste Wahl immer den Ausschuss der zweiten Wahl bezahlen muss! Für Tischschmuck und Edelmarken mag das ja noch okay sein - aber wie steht es mit Gebrauchsporzellan? Wieso muss ein Kunde Ware mitbezahlen, die er sie gar nicht bekommt und vielleicht sogar brauchen könnte?

So ist viel Markenporzellan - wie die krumme Banane im Supermarkt - einfach als Ressource verschwendet worden. Das ist nicht nur schädlich für den Preis, sondern vor allem auch absolut das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Wie viel erste Wahl braucht ein Teller? Schmeckt das Schnitzel besser, wenn es von einem Markenteller in erster Wahl serviert wird? Wird ein Patient schneller gesund, wenn er aus einer Schnabeltasse in erster Wahl trinkt? 

Wir von Holst Porzellan fertigen Gebrauchsporzellan! Dessen wahre Qualität besteht nicht in einer von Hand sortierten Selektion von Geschirrteilen vollkommen makelloser Oberflächen, sondern in den einzigartigen Funktions- und Gebrauchseigenschaften, die sich nur aus der Kombination von Kaolin, Quarz und Feldspat ab einer Temperatur oberhalb von 1.320 °C ergeben. Nur so kann sich aus diesen Mineralien das Nadelmullit bilden, das dem Porzellan seine einzigartigen Eigenschaften verleiht.

Das ist gut für den Kunden und die Nachhaltigkeit!

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