Keramik

 

 

Porzellan für Küche, Tisch & Tafel zählt zwar durch seine mineralische Herkunft zur Warengattung der Silikat-Keramik, unterliegt aber - begrifflich als "Porzellan" bezeichnet - klar definierten Maßstäben von Qualität und Eigenschaften. Die wesentlichen Unterschiede sind zurückzuführen auf die Verwendung von Kaolin als formgebendem Rohstoff und einer Brenntemperatur oberhalb von 1.320 °C. Nur in dieser Kombination reifen Scherben und Glasur zu dem einzigartigen Werkstoff Porzellan, der der Keramik nicht nur in punkto Langlebigkeit und Stabilität überlegen ist, sondern vor allem auch eine Vermeidung von Gefahrenquellen für die Gesundheit gewährleistet.


Schadstoffe in keramischem Geschirr

 

Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung 043/2020 vom 20.09.2020

Glasuren und Dekore von Keramikgeschirr – beispielsweise Steingut oder Porzellan – enthalten teilweise Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Kobalt. Diese Stoffe können sich aus der Keramik herauslösen.

Dieser Prozess wird als Elementlässigkeit bezeichnet. Welche Mengen dabei in Lebensmittel übergehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: neben der Qualität der Glasur auch von der Temperatur, mit der die Keramik gebrannt wurde, von der Art des Dekorauftrags sowie vom Lebensmittel (z. B. saure Lebensmittel) und der Dauer des Kontakts. Die Grenzwerte für die Freisetzung von Blei und Cadmium regelt die europäische (Keramik-)Richtlinie (84/500/EWG). Diese wird derzeit von der Europäischen Kommission überarbeitet. Für Kobalt ist in der genannten Richtlinie kein Freisetzungsgrenzwert festgelegt.

Aktuelle Daten der Überwachungsbehörden zur Freisetzung von Blei, Cadmium und Kobalt aus Keramiktellern zeigen, dass hohe Mengen in Lebensmittel übergehen können. Aus Sicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sollten Produkte des täglichen Bedarfs wie Geschirr jedoch nicht zur Schwermetallaufnahme von Verbraucherinnen und Verbrauchern beitragen. Deswegen hat das BfR die Menge für Blei, Cadmium und Kobalt abgeleitet, die aus Keramik freigesetzt werden kann, ohne dass gesundheitliche Risiken zu erwarten sind. Das BfR spricht hier von der duldbaren flächenbezogenen Freisetzungsmenge. Zur Berechnung dieser Menge stützt sich das Institut auf die vorliegenden toxikologischen Studien, um zunächst einen toxikologisch begründeten Freisetzungswert zu ermitteln. Zudem wurde der Stand der Technik in Bezug auf analytische Nachweisgrenzen berücksichtigt. Anschließend hat das BfR die duldbare flächenbezogene Freisetzungsmenge mit den bestehenden Grenzwerten der Keramikrichtlinie verglichen.

Das Ergebnis: Die vom BfR neu abgeleiteten duldbaren flächenbezogenen Freisetzungsmengen liegen bis zu 70fach (Cadmium) bzw. 400fach (Blei) unterhalb der zurzeit gültigen Grenzwerte. Die vom BfR abgeleiteten duldbaren flächenbezogenen Freisetzungsmengen würden zu einer deutlichen Reduktion der möglichen Belastung der Verbraucher durch diese Schwermetalle führen. Das BfR empfiehlt deshalb, bei der Bewertung der Elementlässigkeit von Keramikwaren deutlich niedrigere duldbare Freisetzungsmengen heranzuziehen als die in der Richtlinie 84/500/EWG angegebenen Grenzwerte. Kinder nehmen täglich aus anderen Quellen Cadmium auf (Lebensmittel, Spielzeug, Hausstaub, usw.) und erreichen dadurch sehr schnell die duldbare wöchentliche Aufnahmemenge (TWI) von 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm (kg) Körpergewicht. Die Bleiaufnahme aus diesen Quellen liegt auch sehr nahe an der duldbaren Obergrenze von 0,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und sollte vor allem bei Kindern nicht zusätzlich durch Keramik belastet werden. Dies rät das BfR insbesondere im Hinblick auf die Empfindlichkeit von Kindern und empfiehlt Herstellern, insbesondere bei Keramikgeschirr für Kinder auf geringe Freisetzungsmengen zu achten.

Nach Ansicht des BfR sollte die (Keramik-)Richtlinie (84/500/EWG) im Rahmen der Überarbeitung mindestens um das Element Kobalt erweitert werden. Des Weiteren entsprechen die in der Richtlinie 84/500/EWG vorgeschriebenen Prüfbedingungen aus dem Jahr 1984 aus Sicht des BfR kaum der tatsächlichen Nutzung von Keramikgeschirr. Nicht berücksichtigt werden zum Beispiel die Wirkung von Kurzzeitkontakt, Erhitzung, Erwärmung in der Mikrowelle, Heißabfüllungen oder der jahrelange Gebrauch von Geschirr. Im Sinne einer aussagekräftigen Risikobewertung empfiehlt das BfR, anwendungsorientierte Prüfbedingungen für die Tests auf Elementlässigkeit zu verwenden.

Glasuren und Dekore von Keramikwaren können Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Kobalt enthalten. Beim Kontakt mit Lebensmitteln können diese Stoffe aus der Keramik herausgelöst und vom Menschen aufgenommen werden. Die Aufnahme der Schwermetalle kann gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Welche Mengen an Schwermetallen aus der Keramik in das Lebensmittel übergehen, hängt neben der Qualität der Glasur im Wesentlichen von der Temperatur ab, mit der die Keramik gebrannt wurde, sowie von der Art des Dekorauftrags, der Art des Lebensmittels (z. B. saure Lebensmittel) und der Dauer des Kontakts. 

Den gesamten Bericht können Sie online über das BfR aufrufen, oder sich über unsere Seite als PDF herunterladen.


Die weiteren Unterscheidungsmerkmale zwischen Keramik und Porzellan

In unserer Warenkunde Arten der Keramik haben wir eine Vielzahl marktüblicher Keramikgeschirre aufgeführt und dort bereits bekannte Unterscheidungsmerkmale erläutert. Aufgrund der unterschiedlichen Rohstoff-Kompositionen, Brände und Brenntemperaturen lassen sich aber kaum allgemein verbindliche Qualitätsunterschiede ableiten, die jeweils für alle Keramikarten gültig sind. Man kann aber durchaus feststellen, dass im Gegensatz zu Porzellan 

 

  • der Glattbrand (Glasurbrand) der Keramik weit unterhalb von 1.320 °C erfolgt
  • die Keramikglasur im Dualbrand niedriger als der Scherben gebrannt wird
  • Keramikglasuren oft Blei, Engoben, Bor, Salz- oder Fritten enthalten
  • => dadurch die Keramik i.d.R. eine geringere Härte aufweist 

 

 (Negativbeispiel: Englisches Vitreous China im Dauereinsatz)

 

Zugegeben - es gibt eine stabilere Keramik als Porzellan (z.B. Vitreous oder Durable). Beiden fehlt es aber an Glasurhärte  und damit vor allem an Korrosionsbeständigkeit. Das Fehlen einer Eigenschaft - also physische Stabilität oder geringere Härte - schränken die Gebrauchsfähigkeit und Lebensdauer des Geschirrs bereits erheblich ein. Dies ist extrem bedeutsam im gewerblichen Einsatz. 


Empfehlungen beim Kauf  

Porzellan ist also nicht nur in punkto Schadstoffe und Gesundheit risikofreier, es ist auch stabiler und härter. Übertroffen wird herkömmliches Hartporzellan nur noch von speziellen Weiterentwicklungen wie unser Alumina-Porzellan und High-Alumina-Porzellan.  

Worauf Sie beim Kauf von Porzellan achten sollten und wie Sie Porzellan meist selbst bestimmen können, erklären wir auf unserer Seite Bestimmung von Porzellan.


Unser Versprechen 

Wir von Holst Porzellan lassen unser Porzellan nicht nur auf die derzeitigen Schadstoffemissionswerte nach geltender LFGB prüfen, sondern schon seit vielen Jahren - weit vor diesem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung - auch auf Kobalt und andere Gefahrenstoffe. Mehr

 

 

 

 

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