Luftlöcher

Luftlöcher in Griffen, Henkeln und Deckeln

Porzellanartikel mit einem massiven Griff, einem Knauf oder auch Deckelknöpfe haben meist ein kleines, kaum wahrnehmbares Loch. Über eine solche Öffnung wird die Luft während des Brennvorganges abgeführt, die in einer Hohlkammer des Porzellans entsteht. Ohne diese Luftauslassöffnung ist es nicht möglich, Hohlteile in Porzellan herzustellen. Es gibt Anbieter, die solche Öffnungen durch den Einsatz von Kunststoffen, Silikonen oder anderen Fremdstoffen nachträglich verschließen. Wir von Holst Porzellan haben jedoch noch keine, derartige Möglichkeit gefunden, die der Lebensmittelbedarfsgegenständeverordnung vollumfänglich gerecht wird. Abgesehen davon unterliegen keramische Massen und Kunststoffe sehr unterschiedlichen Korrosionsverhalten.  

In früheren Zeiten, heute nur noch bei sehr teurer Weißware oder bei dekoriertem Porzellan, werden solche Öffnungen nachträglich mit Porzellanschlicke geschlossen und ein zweites Mal gebrannt. Dabei entsteht nochmals Ausschuss durch das Risiko einer Verformung des Knaufs. Würde man den Henkel ohne Loch fertigen wollen, müsste man ihn quasi massiv machen - was ebenfalls produktionstechnisch nicht möglich ist. Am Ende wäre er so schwer, dass er einfach im Brennprozess abfallen würde. 

Wir von Holst Porzellan bemühen uns deshalb, dieses "Muß-Loch" so dezent wie möglich anzubringen und so klein wie möglich zu halten. Abgesehen von der rein optischen Wahrnehmung sollte das Loch so klein ausgeformt sein, dass keine festen Fremdstoffe eindringen können. Etwaig anfallendes Restwasser, welches sich beim Spülen in geringen Mengen in dem Hohlkörper ansammeln kann, sollte dabei nicht in die Kontaktfläche von Speisen und Getränken laufen.   

Deshalb gilt eine solche Öffnung nicht als Produktionsfehler sondern stellt vielmehr eine Notwendigkeit durch die Beschaffenheit der Ware dar. Das Eindringen von Spülwasser kann übrigens verringert werden, indem der Körper schräg eingestellt wird und damit nicht direkt den Spüldüsen ausgesetzt ist. Etwaig verbliebenes Restwasser trocknet bzw. verdunstet im natürlichen Prozess. Sollte es im gewerblichen Einsatz - z.B. im Stoßgeschäft - zu einem Austritt unerwünschter Restfeuchte kommen, empfehlen wir den Porzellanartikel nach dem Spülen, bzw. vor einer neuerlichen Befüllung, für wenige Sekunden in die Mikrowelle zu stellen.   

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